Als Gemeinde haben wir uns entschlossen, Missionare finanziell zu unterstützen. Ganz konkret geht es um die Familie Soppa, die nach Lilongwe (Malawi) geht.
An dieser Stelle veröffentlichen wir den in unterschiedlichen Abständen erscheinenden Rundbrief der Familie.
Familie Soppa in Malawi
Endlich zusammen zurück!

mit unseren Rundbriefen möchten wir euch regelmäßig einen Einblick geben in das, was wir hier eigentlich so machen, wie es sich als Familie in Malawi lebt und wie es uns damit geht. Gleichzeitig möchten wir euch auch das Land und die Menschen ein wenig näherbringen und versuchen, euch ein Fenster in eine andere Welt zu öffnen.
Unser letztes Schreiben ist nun schon einige Zeit her – das hat verschiedene Gründe. Zum einen waren wir über drei Monate in Deutschland und haben einige von euch persönlich treffen können. Zum anderen hatten wir seit unserer Rückkehr aus Deutschland mit einigen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, die nicht so viel Raum für Anderes gaben.
Aber nun erstmal zu unserem …
… Sommer in Deutschland
Als wir Mitte Juni in Bremen, der Heimatstadt von Micha, ankamen, waren wir doch etwas überrascht von den langen hellen Abenden, die wir in der Intensität nicht mehr so auf dem Schirm hatten. Das haben wir sehr genossen.
Von Anfang Juli an haben wir Gemeinden in ganz Deutschland (den größten Teil allerdings im Norden) besucht und von unserer Arbeit hier in Malawi berichtet.
Wir konnten – den Großeltern auf beiden Seiten sei Dank – die Sonntags- oder auch manchmal Wochentagsbesuche zum großen Teil zu zweit wahrnehmen.
Das hat uns Freiraum ermöglicht, und wir konnten uns intensiver auf die Begegnungen vor Ort konzentrieren.
Die Vorträge zu halten und Malawi und seine Menschen für Andere ein Stück begreifbarer zu machen, aber auch besonders hinterher mit Interessierten ins Gespräch zu kommen, hat uns bereichert und viel Freude gemacht.
Als besonders schön sind uns die Nachmittage/Abende in Erinnerung, an denen wir außerhalb eines Gottesdienstrahmens nochmal mehr Zeit hatten, zu erzählen oder Fragen zu beantworten.
Danke an dieser Stelle an alle Gemeinden und Privatmenschen für eure Gastfreundschaft. Ihr habt uns von allen Seiten mit viel Herzlichkeit und Segen wieder in unser weiteres Leben in Malawi gesandt!

Theologische Literatur
Ich (Micha) konnte einige Buchspenden an theologischer Literatur aus Deutschland nach Malawi mitnehmen. Spontan hatten sich in verschiedenen Gemeinden einige Leute gefunden, die den Kauf von Griechischen Neuen Testamenten („NT Graece“), Hebräischen Alten Testamenten („Biblia Hebraica Stuttgartensia“), einer evangelischen Dogmatik und einem Buch zur Geschichte Israels unterstützten. Vor kurzem konnte ich diese nun endlich hier am Baptist College überreichen. Da theologische Literatur sehr teuer in der Beschaffung ist und in dem Haushalt des Baptist College kein Budget für Buchanschaffungen vorgesehen ist, ist die Bibliothek hier an so manchen Stellen nicht mit dem Notwendigen ausgestattet, was die Studenten zum Lernen bräuchten. So „ein paar Bücher“ können da schon einen großen Unterschied machen. Für mich selbst auch eine große Freude.

Darüber hinaus hatten wir viel Zeit mit Familie und Freunden und sind zwischen Bremen, Greifswald, Waren/Müritz und diversen anderen Orten hin- und hergependelt.
Emma, Ruben, Matthis und Annemie haben in Waren (unserem letzten Wohnort) schnell wieder an alte Freundschaften anknüpfen können, waren auf verschiedenen Sommerfreizeiten dabei und hatten intensive Zeiten mit Cousins und Cousinen.
Insgesamt war es aber auch immer wieder sehr herausfordernd, den Alltag in Deutschland zu strukturieren, oft täglich Taschen ein- und umzupacken, uns auf ständig wechselnde Orte und Menschen einzustellen und unterschiedliche Wünsche und Bedürfnisse unter einen Hut bringen zu wollen.
So haben wir uns dann doch sehr auf Alltag, Schule und unser eigenes Heim in Malawi gefreut. Trotzdem ist uns der Abschied nicht ganz leicht gefallen.
Wieder in Malawi…
…wurden wir überall ganz nach dem Landeswahlspruch „the warm heart of Africa“ von allen Seiten mehr als herzlich willkommen geheißen.
Joseph, unser Taxifahrer, der uns im Juni am Flughafen abgesetzt hatte, wartete auf uns, um uns abzuholen und das, obwohl wir mit drei Stunden Verspätung ankamen. Sein Kommentar dazu war, er kenne das von den Europäern, die wären immer zu spät.
Überall freuten sich Leute über unsere Rückkehr. Besonders an der Schule wurden Ruben, Matthis und Annemie sehnsüchtig erwartet. Eine Lehrerin sagte „Welcome home“, und so fühlte es sich auch für uns an.
Emma startete zeitgleich mit ihren Geschwistern die Schule, jedoch von zu Hause aus. Sie hatte sich schon im Juni von der ABC-School in Lilongwe verabschiedet und lernt nun bis zu den Weihnachtsferien an einer Online Schule.
Sie hat sich dazu entschieden, ab Januar auf ein Internat nach Kenia zu wechseln. Die Rift Valley Academy wurde einmal als Schule für Missionarskinder gegründet und zwei Freundinnen von Emma sind auch dorthin gewechselt.
Ab den höheren Klassenstufen gehen hier viele auf Internate, dies ist nicht ungewöhnlich. Für uns alle ist es aber natürlich trotzdem eine große Umstellung, die auf uns zukommt.
Wahlen und Wirtschaft
Wir haben im letzten Rundbrief von den anstehenden Wahlen in Malawi erzählt, deshalb hier ein kurzer Einblick nach unserer Rückkehr ins Land.
Im Vorfeld der Wahlen herrschte eine leichte Unsicherheit, wie sich die Situation im Land wohl, je nach Ausgang, entwickeln würde. Seit dem friedlichen Übergang in eine Demokratie 1994 hat Malawi zwar eine friedliche demokratische Tradition, allerdings gab es eine gewisse Unsicherheit, wie sich die aktuellen Probleme des Landes und der Menschen (von denen wir in den vergangenen Rundbriefen schon berichtet hatten) wohl auswirken würden und ob sich möglicherweise angestaute Unzufriedenheit gewaltvoll entladen könnte. Glücklicherweise haben sich diese Sorgen nicht bestätigt, von kleineren Zwischenfällen abgesehen. Ein neuer Präsident wurde gewählt. Die Wahlen und besonders die lange Auszählungsphase danach verliefen weitestgehend friedlich. Der bisherige Präsident Chakwera hat seine Niederlage eingestanden und die Amtsgeschäfte seinem Nachfolger Mutharika übergeben. Dies ist keine Selbstverständlichkeit, wie die Wahlen im Nachbarland Tansania kürzlich gezeigt haben.
Die Menschen erhoffen sich jetzt, dass ihr neuer Präsident Wege findet, um Malawi wirtschaftlich stabiler aufzustellen. Da Malawi selbst kaum Waren exportiert und abgesehen von Agrarprodukten fast ausschließlich von Importen abhängig ist und eine dementsprechend schwache Währung hat, wird das keine leichte Aufgabe sein.
Wenige Tage nach unserer Rückkehr musste Micha wegen starker Bauchschmerzen ins Krankenhaus. Er hatte eine entzündete Gallenblase, die ihm einige Tage später entnommen wurde. Eigentlich war er nach der OP auf einem sehr guten Weg der Besserung. Leider verschlechterte sich sein Zustand dann aber wieder deutlich und seine Leber entzündete sich unter anderem in der Folge.
Für die notwendige Behandlung reichten die medizinischen Kapazitäten hier in Malawi nicht aus. Darum flog Micha nach Abwägen mit EBMI, Versicherung und den Ärzten hier in Begleitung eines Freundes zurück nach Deutschland.
Dort konnte ihm relativ zügig geholfen werden, dennoch brauchte er noch einige Zeit, um sich, besonders von der Lebererkrankung, zu erholen. Nach vier Wochen konnten wir ihn hier endlich wieder zu Hause begrüßen. Leider hat Micha aber durch die lange Krankheitszeit fast das komplette Semester am Baptist College verpasst.

So haben uns die letzten Wochen manches Mal an den Rand unserer Kapazitäten gebracht. Auf der anderen Seite haben wir viel Gutes erfahren und sind dankbar für Bewahrung und Segen in dieser Zeit – so haben wir es erlebt und empfunden:
Die Komplikationen nach der OP hatten nichts mit der medizinischen Versorgung hier zu tun. Im Gegenteil, im Nkhoma Mission Hospital (etwa 1 ¼ h außerhalb von Lilongwe) konnte Micha auf höchstem medizinischem Niveau versorgt werden. Dies ist keine Selbstverständlichkeit in Malawi. Außerdem haben wir dort deutsche Freunde, die zu der Zeit in der Klinik arbeiteten und bei der OP mitwirkten und sich in den Tagen danach viel um Micha gekümmert haben. Ein paar Wochen später wären diese Freunde nicht mehr da gewesen, da ihre Arbeit dort planmäßig zu Ende ging und sie mittlerweile wieder in Deutschland sind.
Ich bin zwischen dem Krankenhaus und Lilongwe hin und her gependelt und konnte nicht die ganze Zeit vor Ort sein, was hier normalerweise üblich wäre. Denn die Angehörigen kampieren oft im Hof eines Krankenhauses und versorgen ihre Patienten rund um die Uhr, sowohl pflegerisch als auch mit Essen.
Wir sind dankbar für Freunde und Familie hier vor Ort und in Deutschland, die für uns da waren, gebetet, uns ganz praktisch Essen gebracht oder auf vielerlei andere Weise an uns gedacht haben.
Nach all dem Trubel der letzten Monate freuen wir uns nun auf die Advents- und Weihnachtszeit.
Und wir sagen DANKESCHÖN für all euer Begleiten im letzten Jahr, sei es durch Austausch, Gebet, eine Nachricht oder finanzielle Unterstützung.
DANKE für euer Da-Sein!
Wir wünschen euch von Herzen schöne Momente und Begegnungen in dieser Weihnachtszeit! Bleibt behütet!
Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er den einzigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe.
(Die Bibel, Evangelium nach Johannes 3,16.)
Gebetsanliegen
Wir freuen uns über viele ermutigende Nachrichten von Menschen und Gemeinden, die für uns beten. Folgende Anliegen bewegen uns derzeit:
Wir sind dankbar für
- dass die Umstände während Michas Krankheit so waren wie sie waren;
- dass Präsidentschaftswahlen und Amtsübergaben im September friedlich verliefen;
- für das schnelle Wiedereinfinden in Schule und Alltag in Malawi;
- dass wir die ganze Zeit über in Deutschland gesund waren.
Wir bitten darum, dass
- es in diesem Jahr ein gutes Maß an Regen gibt – gerade wird die Saat gepflanzt – und für eine reiche Ernte für Malawi;
- wir als Eltern gute Nerven in der zurzeit anhaltenden Krankheitsphase haben (wir haben seit Wochen mit Fieber, Erkältung und sonstigem zu tun, und es ist immer mindestens ein Kind nicht in der Schule);
- wir eine gute Familienzeit bis zu Emmas Schulbeginn in Kenia haben und dass sie einen guten Start in ihrer neuen Umgebung hat.

Rundbrief #09 – Dezember 2025

