Predigt vom 09.11.2025 auf Spotify und Youtube
Anlässlich zweier Taufverse: „Befiehl dem Herrn dein Leben an und vertraue auf ihn, er wird es richtig machen!“ (Psalm 37,5) und „Alle eure Sorgen werft auf ihn, denn er sorgt für euch!“ (1. Petrus 5,7)
Vertrauen und Sorgen – diese beiden Kräfte stehen oft in unserem Leben im Konflikt. Entweder ich vertraue darauf, dass mein Gegenüber (oder Gott!) etwas gut macht, oder ich sorge mich und versuche, die Kontrolle zu behalten.
Doch was kostet uns dieses Kontrollbedürfnis wirklich?
Der Freund, der Kontrolleur
Kennen Sie Menschen, die zwar sagen, sie vertrauen Ihnen, aber heimlich doch alles dreimal überprüfen?
Ich habe einen Freund, der ein toller Pastor ist, aber seinen ehrenamtlichen Mitarbeitern kaum traut. Er fragt ständig nach, ruft an oder kontrolliert heimlich, ob das Taufbeckenwasser läuft oder genug Abendmahlskelche bereitstehen. Er denkt, es kostet ihn nichts, „kurz rüberzuschauen“.
Das Resultat dieses Misstrauens ist hoch:
- Zeitverlust: Jede Kontrolle summiert sich zu kostbarer Zeit, die er für anderes bräuchte.
- Unselbstständige Mitarbeiter: Wenn der Pastor immer für alles mitdenkt, hören die anderen irgendwann damit auf. Die letzte Verantwortung und damit der ganze Druck bleiben bei ihm.
So ist es auch oft mit Gott. Wir sagen: „Ja, Gott, ich vertraue dir mein Leben an.“ Aber heimlich haben wir einen Masterplan in der Tasche, falls Gott die Ideen ausgehen.
Die bittere Wahrheit: Wenn wir Gott beobachten und kontrollieren, begleiten wir ihn zwar, aber wir tragen die Last, den Druck und die Verantwortung für unser Leben ganz allein. Und die Frage aus Psalm 37 ist berechtigt: Ist das es wert?
Das Labyrinth des Lebens: Die Illusion der Kontrolle
Gerade wenn es um unser eigenes Leben geht, ist Kontrolle oft nur eine Illusion.
Wir schmieden große Pläne, wie das Leben laufen soll. Und dann kommt die Realität dazwischen: Krankheiten, Unfälle, Ablehnungen, unvorhergesehene Begegnungen. Plötzlich stehen wir da, und unsere Kontrolle ist verschwunden.
Stellen Sie sich ein Koop-Computerspiel vor. Sie stehen in einem Labyrinth voller Gefahren und versuchen, sich den Weg einzuprägen: Drei links, einmal rechts, wieder links. Doch bei jedem Fehler – Boom! Game Over. Das Labyrinth verändert sich ständig.
Allein kommen Sie nicht durch. Sie brauchen einen Partner, der von oben auf das Labyrinth schaut. Er geht nicht für Sie, aber er kann Sie warnen und anleiten, damit Sie sicher ankommen.
Den Spieß umdrehen: Den Überblick abgeben
Wir müssen den Spieß umdrehen. Anstatt uns einzureden, dass wir mit unserem begrenzten Blick wissen, was zu tun ist, müssen wir die Kontrolle dem geben, der den wirklichen Überblick hat.
Wir werden im Leben immer wieder an den Punkt kommen: „Hier geht es nicht weiter. Was jetzt?“ An diesem Punkt können wir uns entscheiden: Alleine scheitern oder den Partner mit dem perfekten Überblick fragen.
Die Entscheidung in der Taufe
Genau das bekennt man in einem Taufversprechen:
Ich treffe die Entscheidungen in meinem Leben – niemand nimmt mir diese weg. Aber ich bekenne, dass es einen Gott gibt, der es gut mit mir meint und einen Überblick hat, den ich niemals haben kann.
Die Taufe ist ein Symbol. Es ist nichts Magisches am Wasser, und Sie sehen danach genauso aus wie vorher. Aber Sie bekennen:
Die Person, die in diesem Labyrinth des Lebens ständig Game Over geht und gegen Wände läuft, steigt ins Taufbecken und kommt mit einem Duo-Partner heraus.
Dieser Partner hat den Überblick, den nichts überrascht, und der es gut mit Ihnen meint.
Im Grunde cheaten Sie im Leben.
Sie bekennen, dass Christus Ihr Herr und Erlöser ist – der für Ihre Schuld am Kreuz gestorben und auferstanden ist, damit auch Sie auferstehen und als neue Kreatur mit ihm leben können.
Fazit
Wir müssen nicht alles selbst tragen. Die Last und die Sorge liegen nicht bei uns.
Werfen Sie alle Sorgen auf ihn, denn er sorgt für Sie. Lassen Sie los. Vertrauen Sie dem Herrn Ihr Leben an. Er wird es nicht nur richtig, sondern gut machen.
Indem Sie diesen Schritt gehen, treten Sie aus dem Grab auf, so wie Christus auferstanden ist, und kommen mit einem starken Gott auf Ihrer Seite aus dem Wasser.

