Predigt: 💡 Die „Alles-Prüfen“-Regel: Warum fast nichts im Leben nur Schwarz oder Weiß ist

Aus der Predigt vom 02.11.2025 von Pastor Jonathan Kedaj

Die gesamte Predigt auf Youtube und Spotify

**Thema des Tages: ** 1. Thessalonicher 5,21 (BB) – „Prüft aber alles und behaltet das Gute.“

Das Leben ist ein fortwährender Strom neuer Dinge, neuer Begegnungen und neuer Überraschungen. Das macht es spannend! Aber wie navigieren wir durch diesen Strom, ohne ständig vom Kurs abzukommen?

Die Bibel ist überraschend pragmatisch: Prüfe alles und behalte, was gut ist. Ganz einfach, oder? Nun, nicht ganz. Die Welt ist eben nicht schwarz und weiß. Sie ist grau.

Bevor wir uns den zwei entscheidenden Prüffragen nähern, schauen wir uns an, warum diese Prüfung so kompliziert ist.


Warum Gut und Schlecht oft Hand in Hand gehen

Unsere Intuition sagt uns: Wenn es sich gut anfühlt, ist es gut. Wenn es sich schlecht anfühlt, ist es schlecht. Aber das Leben spielt komplexer.

1. Die drei Arten von „Guten Dingen“

Manche Dinge sind einfach gut, weil sie sich gut anfühlen (Lachen, Verreisen, eine Umarmung von einem geliebten Menschen). Aber es gibt auch die anderen:

KategorieBeispielDie Prüf-Hürde
Fühlt sich nicht gut an, aber ist gutSport, ein aufklärendes Gespräch, der frühe Wintermorgen.Der Verstand weiß: Es ist gesund/nötig/produktiv. Der Körper will es verneinen.
Situationsabhängig gutKaffee trinken, Singen.Morgens: Super! Nachts um 3 Uhr (für den Mitbewohner): Keine gute Idee.

2. Die Falle der „Schlechten Dinge“

Genauso verhält es sich mit den schlechten Dingen. Manches ist offensichtlich schlecht, weil Sie ein flaues Gefühl im Magen haben (dunkle Gasse, ein klares „Nein“ wird ignoriert). Aber die wirkliche Gefahr lauert hier:

  • Fühlt sich gut an, aber ist schlecht: Viele Süchte oder ungesunde Gewohnheiten. Der erste Moment fühlt sich toll an, aber der Preis danach ist zu hoch. Das kurze Hoch ist das lange Schlechtsein nicht wert.
  • Ist oft gut, aber wird schlecht: Lachen ist etwas Wunderbares – es sei denn, Sie lachen über jemanden, der gerade weint, leidet oder dem ein Missgeschick passiert.

Die Schlussfolgerung: Fast nichts ist immer gut oder immer schlecht. Es ist meistens ein Spektrum.


✅ Die Zwei Fragen, die Gott Freude machen

Wie können wir in dieser Grauzone nun schnell und effektiv entscheiden, was bleibt und was weg muss? Sie brauchen keine komplizierte theologische Abhandlung. Sie brauchen nur zwei Fragen.

Wenn Sie diese beiden Fragen mit einem klaren Nein beantworten können, dann freut sich Gott.

Die zwei entscheidenden Prüffragen:

  1. Schadet es mir?
  2. Schadet es anderen?

Ist die Antwort auf beide Fragen Nein? Dann ist es gut und darf bleiben!

  • Beispiele für „Ja“ (Schlecht): Krieg, Streit, Lärm, Kranksein und Anstecken. Diese Dinge schaden und müssen weg.
  • Beispiele für „Nein“ (Gut): Leckeres Essen, Umarmungen, Zeit miteinander verbringen. Diese Dinge schaden nicht.

Tipp für Unsicherheit: Fragen Sie nach!

Wenn Sie unsicher sind, ob etwas für eine andere Person gut oder schlecht ist, fragen Sie sie einfach.

„Darf ich dich umarmen? Das wäre für mich schön.“

Die andere Person prüft es für sich selbst. Wenn sie „Ja“ sagt: Wunderbar! Wenn sie „Nein“ sagt: Das respektieren Sie.

👑 Die Essenz des Glaubens: Liebe in Aktion

Warum ist diese einfache Prüfmethode so wichtig für den Glauben? Weil es die Zusammenfassung von allem ist, was Jesus uns gelehrt hat:

Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Und liebe Gott wie dich selbst.

Wir lieben Gott, indem wir prüfen:

  • Ist es gut für mich und gut für andere?Es erfreut Gott!
  • Schadet es mir und schadet es anderen?Es schadet Gott!

Prüfen Sie alles und behalten Sie das Gute. Es ist der Weg, auf dem wir unseren Nächsten und uns selbst lieben.


Was ist die nächste Sache in Ihrem Leben, die Sie mit der „Schadet-es-mir/anderen“-Regel prüfen werden?